
Am 20. November wird Michael Moore im Volkstheater sein neues Buch vorstellen. Ich mag ihn ja irgendwie und ein wenig Populismus und Agitation vom sympathischeren Lager kann nicht schaden.
Passend dazu ein Erlebnisbericht vom hochgeschätzten Dominik der derzeit Cleveland unsicher macht: auf den spuren michael moores
Morrissey meinte am 19. Nov, 19:39:
Michael Moore, hmm
also ich habe mir seinen Film angeschaut, den fand ich teilweise gut. Dann sein Buch gelesen (naja) und dann das zweite Buch gelesen. Die fand ich... typisch amerikanisch, oberflächlich, teils von der Argumentationsweise völlig daneben. Hat mich ehrlich gesagt stark an Bildzeitung oder ähnliches erinnert, vor allem beim Verdrehen der Wahrheit.
Manches war sehr amüsant. Bspw. seine Aussagen zu den "Krauts" und wie man diese heute doch gefälligst behandeln sollte (Kolektivschuld der aktuellen (!) deutschen und österreichischen Bevölkerung ist wohl noch die mildere Einschätzung).
Auch seine extremen geschichtlichen und wirtschaftlichen Wissenslücken lassen sich meiner Meinung durch relativ einfache Ironie nicht aufwiegen.
Es gibt bessere Kritiker von Systemen und Zuständen, doch dieses ist nicht das was mich an Moore wirklich stört. Auch nicht diese maßlose Selbstüberschätzung und die, ja man kann es leider nicht anders sagen, typische amerikanische Haltung, die zur Aussage hat, ich bin die moralische Instanz und das einzig Wahre. Nein, es ist schlicht und ergreifend mangelndes geschichtliches als auch wirtschaftliches Hintergrundwissen und sher populistische Darstellung von Unwahrheiten.
Warum der Mann mit den Büchern so einen Erfolg hat, liegt evtl. daran, dass sich der junge Durchschnittsbürger, der gerne etwas revolutionär und gebildet sein will, sich lieber einen leicht zu lesenden populistischen Rundumschlag auf Stammtischniveau antut, als sich intensiv mit Zuständen zu beschäftigen.
Zum reinen Lesen über die Zustände eignet sich aber ein Bukowski Buch tausendmal besser; der konnte wenigstens Schreiben.
legomyego antwortete am 20. Nov, 12:03:
Eben!Aber Michael Moore erreicht damit mehr Menschen, die vielleicht danach ein "besseres", "intelligenteres" Buch kaufen, weil sie auf den Geschmack gekommen sind.
Besser als sie kommen nicht über das neueste Buch vom Dieter Bohlen (Deutschland) oder "The 7 Keys to Weight Loss Freedom" (USA) hinaus...
Morrissey antwortete am 20. Nov, 14:34:
Das würde unterstellen,
dass Michael M. selber intelligente Bücher schreibt, wenn man durch ihn auf den Geschmack gekommen ist. Dieser Meinung bin ich definitv nicht. Der Vergleich mit Bohlen trifft da eher. Es ist ein ähnlicher Sprachstil, eine ähnliche polemische Argumentationsweise und eine ähnliche Arroganz.
Der Unterschied ist nur, dass Bohlen mit abgeschl. Wirtschaftshochschulstudium (dieses sogar mit Prädikat der Uni Göttingen) etwas cleverer formuliert und über ein Geschäft schreibt, das er zumindest selber kennt, während Moore weder von Politik, noch Geschichte, noch Geographie noch Wirtschaft eine Ahnung hat.
Es ist kein bißchen anders als die politischen Artikel der Bildzeitung. Naive, polemische Trivialliteratur.
legomyego antwortete am 20. Nov, 16:08:
Ich weiss nicht ob das unterstellt, dass M. Moore intelligente Bücher schreibt. Man kann das Alte Testament lesen und kauft sich später einmal "Theosophie und Anthroposophie im Licht der Hermetik“...
Ich glaub du magst Michael Moore einfach nicht.
