irgendwas...

Als kleines Kind habe ich mich ja immer vor den Heiligen Drei Königen gefürchtet. Wahrscheinlich war es mir auch unangenehm, wenn wildfremde Menschen die komisch ausgeschaut haben in meinem vertrauten Zuhause einfielen und unmotiviert zu singen anfingen.
Heute läuteten seit zig Jahren wieder die Stern-Singer an der Wohnungstür. Gefürchtet hab ich mich nicht mehr, ein wenig unwohl fühlte ich mich aber immer noch.

Ich bin zufällig in diese Buchhandlung auf der Mariahilfer Straße 123 geraten und habe trotz des Preisnachlasses von 50 % über 60 Euro bezahlt. Dafür hab ich die Bücher dann fast nicht nach Hause schleppen können.
Sie haben Mangelware (deswegen der Preisnachlass) zu allen Themen, von Belletristik über Kunstbücher, sehr feine Kochbücher, Noten, alles Mögliche.
Ich war begeistert, bitte ausprobieren.
Am Anfang Doppelzimmer gehört und gefrühstückt. Danach mit voller Lautstärke die neue Garish angehört und die Wohnung zusammen geräumt. Dann die Zimmerpflanzen gegossen, gelüftet, das Bett gemacht, Möbel herumgestellt.
Irgendeiner Pflanze dürfte es nicht gut gehen, es faulte ziemlich. Deshalb das Muji Grapefruit Essential Oil mit einem Teekerzerl angeworfen und noch einmal gelüftet.
Nach all der Herumräumerei erstmal in die Dusche und einmal das große Pflegeprogramm. Danach Wasser in die Badewanne eingelassen und währenddessen mit der Außenwelt telefoniert.
Dann Satie bis zum Anschlag an, damit die Racer Duck 36 und ich in der Badewanne etwas davon mitbekommen. Sodann im heißen Wasser rasten und lesen. Der Satie war Hauskomponist beim Rosenkreuzer-Orden, Quacky Racer, eine Information fürs Leben.
Jetzt im Bademantel im Wohnzimmer scheint schön langsam die Woche mit ihren Essenseinladungen, Geburtstagsfeiern, gruppendynamischen Frustrationsgelagen und viel Arbeit abzufallen und ein behaglicher Sonntag legt sich über all das drüber.
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In hours, it´s fully grown- it´s magic.

Da ich krank nieder liege, ist es wenig, dass ich tue, wenn ich nicht dahindämmere.
Aber ich hab endlich, nach jahrelangem Nicht Suchen, das Theme aus der "Onedin Line" gefunden.
Es ist das Adagio aus"Spartacus und Phrygia" von Aram Khachaturian. Der Armenier Khachaturian lässt mir die weißen stürmischen Wellen nur so um den Antlantik sausen, wunderschön.
Von der Dramatik passend, die Aufnahme die ich beim Lebensmitteleinkauf gemacht habe.
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Am 20. November wird Michael Moore im Volkstheater sein neues Buch vorstellen. Ich mag ihn ja irgendwie und ein wenig Populismus und Agitation vom sympathischeren Lager kann nicht schaden.
Passend dazu ein Erlebnisbericht vom hochgeschätzten Dominik der derzeit Cleveland unsicher macht: auf den spuren michael moores

Nach anstrengenden katharsischen Küche Putzen und Ausmisten durchlebte ich gestern einen sozialphobischen Anfall.
Schlussendlich bin ich mit meiner neuen Haube wie ein Irrer mit der U-Bahn herumgefahren und hab mir die fremden Menschen angeschaut. "Nothing is written" von Phantom Ghost im Kopf, im Loop durch die Stadt.
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Wer kennt nicht das größte Arschloch der Welt mit dem kleinsten Gehirn der Welt, ich kenne das größte Kaff der Welt, ich kenne den größten Liliputaner der Welt und den kleinsten Riesen der Welt.
Seit gestern kenne ich die größte Pfeffermühle der Welt und nach zu vielen Grappas hatte ich heute am Morgen den größten Schädel der Welt...


Vor einiger Zeit sind wir irgendwie auf Nackerte zu sprechen gekommen. Lobau, Hawelka, eines ergab das andere und auf einmal war da eine Erinnerung wieder da, die ich offensichtlich bereits verdrängt hatte.
Ich steig vor ca. drei Jahren bei der Station Gumpendorf in die U6 ein und merke erst in der Station Burggasse oder Thaliastrasse dass etwas nicht ganz stimmt.
Zwei Meter von mir entfernt steht ein Mann, mit schöner scharzer Leder Aktentasche, schönen schwarzen Anzugsschuhen und schwarzen Stutzen.
Sonst ist er aber nackert.
Diese "Business Attribute" und seine vollkommen selbstbewusste Haltung in Kombination mit meiner Verschlafenheit ließ mich stark zweifeln. Keiner der anderen Fahrgäste schien irgendetwas zu merken, keiner lachte, keiner tuschelte.
Bis für mich feststand, dass da ein Nackerter neben mir in der U-Bahn fährt dauerte es wieder eine Station.
Vielleicht liest das jemand der uns berichten kann, welche Bewandtnis es mit diesem Typen hatte. Verlorene Wette, vielleicht war er auch verschlafen und hatte einfach auf die Kleidung vergessen, ein Schauspieler auf einem Abhärtungs-Trip...
